Was haben ein Planwirtschaftler, ein ehemaliger Philosophiestudent und ein Pädagoge gemeinsam? Richtig! Sie alle beziehen Hartz IV. Gemeint ist das Arbeitslosengeld 2, also das Geld das man bekommt, wenn man verspricht, dafür nicht arbeiten zu gehen. Doch immer mehr Menschen finden einen Job. Ein Bericht von jemandem, der von uns dafür keinen Heller sieht, über den Pfusch in Deutschlands Arbeitsämtern.
Jürgen K aus F bei A in Q hat Glück gehabt. Er kommt in den Genuss von Hartz IV. Insgesamt 16 Semester studierte er an der Universität. Was er genau studiert hat, kann er heute nicht mehr sagen. Inzwischen wurde sein Studiengang zugunsten der Einführung von sinnvollen Bachelor- und Masterstudiengängen abgeschafft. Zurück blieben nichts als Fragen und ein Wiederholungsantrag für die Zwischenprüfung. Nach einer vergessenen Rückmeldung musste Jürgen zum Arbeitsamt. Der Sachbearbeiter, ein Legastheniker aus Leidenschaft, erkannte das Problem sofort und füllte den Hartz IV-Antrag für Arbeitslosen aus. Damit bewahrte er die Arbeitswelt vor einem Langzeitstudenten, mit einem kümmerlichen IQ von 135. Doch trotz strenger Auflagen rutschen immer mehr Arbeitslose durch das System und gliedern sich wieder im Arbeitsleben ein. So zum Beispiel Sandra G aus L. Die studierte Künstlerin fand tatsächlich einen Job als Kunstpädagogin. Dies konnte nur passieren, da im zuständigen Arbeitsamt ein Fehler unterlief. Der Sachbearbeiter hatte es versäumt, ihr die Vorteile von Hartz IV schmackhaft zu machen. Ein fataler Fehler, denn Sandra G hat nun einen Fünf-Jahres-Vertrag. Der Schaden ist noch nicht abzusehen. Er ist jedoch erheblich. Wäre Sandra G im Arbeitsamt an einen fähigen Beamten geraten, bekäme sie monatlich 350 Euro zuzüglich Miete geschenkt und die freie Wirtschaft wäre von ihr verschont geblieben. Sandra G ist nur ein Beispiel unter vielen. Immer wieder ist in den Nachrichten zu hören, dass Idealisten, ahnungslose Weltverbesserer und Fachidioten einen festen Job finden.
Experten, die für ihre Dienste natürlich kein Geld erhalten, empfehlen daher auf folgende Qualitätsmerkmale im Arbeitsamt zu achten:
- Ein guter Beamter ist ein fauler Beamter. Werden sie bei überschwänglicher Motivation auf jeden Fall misstrauisch!
- Der kompetente Sachbearbeiter weiß, dass Magisterstudenten nur Taxifahrer, Telefonisten oder arbeitslos werden können. Bietet er Ihnen trotzdem einen guten Job an, ist Vorsicht geboten!
- Wenn Sie nicht mindestens drei Stunden im Wartezimmer warten ohne ein Jobangebot zu bekommen, sind Sie an der falschen Adresse!
- Besuchen Sie die Schulungen, die für die Weiterbildung von Langzeitarbeitslosen angeboten werden. Haben Sie keine Angst. Sie werden nichts Neues lernen.
Beachten Sie bitte: Wenn Sie eine Karriere als Langzeitarbeitsloser anstreben, dürfen Sie auf keinen Fall folgende Berufe erlernen: Mediziner, Gerichtsvollzieher, Arbeitsberater. Generell gilt: wenn Studium, dann auf Magister. Es ist noch nicht abzusehen, wie es bei Bachelor auf dem Arbeitsmarkt aussieht. Die Perspektiven sehen rosig aus, da der Abschluss zurzeit noch so viel wert ist wie ein Kuhfladen. Aber wie lange noch? Daher im Zweifelsfalle lieber nicht studieren, wenn Sie sich nicht sicher sind, dass Sie als Arbeitskraft zumutbar sind. Falls Sie dies und die oben genannten Qualitätsmerkmale beachten, steht ihrem sorgenfreien Leben nichts mehr im Wege. Sie tun der Wirtschaft dadurch einen Gefallen!
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